Bald keine Rechenzentren mehr in Zürich
Wie der Datenwachstum das Schweizer Stromnetz fordert
Rechenzentren bilden das Rückgrat der digitalen Schweiz. Sie ermöglichen das Lagern von Daten, den Betrieb von Cloud-Diensten sowie von Webseiten und sind daher kaum mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Die Schweiz gilt in diesem Bereich als sicherer Hafen und ist ein gefragter Standort in Europa.
Bereits heute befinden sich in der Schweiz über 100 Rechenzentren. Diese Zahl wird stetig steigen, und somit auch ihr Einfluss auf den Stromverbrauch.
Die Rechenzentren sind bereits einiges Effizienter geworden, machen aber dennoch bereits 7% des schweizweiten Stromverbrauches aus.
Alle Rechenzentren zusammen brauchen beinahe so viel Strom wie das Kernkraftwerk Beznau. Wie können wir diesen enormen Strombedarf nachhaltig decken?
Bis 2030 wird sich der Stromverbrauch für Rechenzentren auf 10-15% verdoppeln.
Dies hat enorme Auswirkungen auf das Stromnetz Schweiz.
Das Stromnetz besteht aus 7 Netzebenen. Auf diesen Ebenen wird die Stromleistung den Anforderungen entsprechend heruntergebrochen.
Das Problem im Zusammenhang mit den Rechenzentren besteht nicht im Mangel an verfügbarem Strom, sondern vielmehr an der Überlastung der Netzebene 4. Dieses Netz ist in Zürich bereits am Anschlag und muss zuerst weiter ausgebaut werden, bevor weitere Rechenzentren gebaut werden können.
Laut EKZ (Elektrizitätswerke des Kantons Zürich), entstehen 6 von 9 geplanten Unterwerken primär für Rechenzentren. Da die Bereitstellung dieser Infrastruktur viel Zeit beansprucht, weichen die Betreiber bereits auf anliegende Kantone aus.
Hat ein Rechenzentrum-Betreiber eine Baubewilligung, muss eine Stromversorgung geliefert werden. Die Rechenzentren werden immer grösser und dadurch steigt auch ihr Stromkonsum. Muss der Energielieferant neue Infrastruktur bauen, zahlen dass in erster Linie die Steuerzahler. Der Lieferant verrechnet die Kosten dann über die Energie dem Betreiber. Diese Abrechnung erfolgt meistens über mehrere Jahrzehnte. Verlässt der Betreiber den Standort jedoch früher, bleibt der Lieferant auf diesen Kosten liegen.
Rechenzentren brauchen bestimmte Voraussetzungen, damit sie überhaupt gebaut werden können. So sind sie auf einen guten Stromanschluss, sowie gute Verbindungen an das Kommunikationsnetz angewiesen. Dies schränkt die Wahl für neue Standorte bereits stark ein.
Will die Schweiz ihre digitale Souveränität beibehalten, muss sie sich dieser Probleme bewusst sein und weiter in die Infrastruktur und unser Stromnetz investieren.